22 Aug 2026
Deutschland überprüft den GlüStV 2021 vor der geplanten Evaluierung bis Ende 2026

Die deutschen Bundesländer führen derzeit eine formale Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 durch, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist, und bereiten damit die vorgesehene Evaluierung bis zum 31. Dezember 2026 vor. Diese Prüfung konzentriert sich auf bestehende Einschränkungen wie die Einsatzgrenze von einem Euro pro Spin bei Automatenspielen, die vorgeschriebene Verzögerung von fünf Sekunden zwischen den Spins sowie die monatliche Einzahlungsobergrenze von 1.000 Euro, die nach Angaben von Beobachtern die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes gegenüber ausländischen Plattformen beeinträchtigen. Die Kanalisierungsrate liegt derzeit bei etwa 77 Prozent, was bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Nachfrage noch auf nicht lizenzierte Anbieter entfällt.
Hintergründe zum Inkrafttreten des Vertrags
Der GlüStV 2021 wurde eingeführt, um einen einheitlichen Rahmen für das Glücksspiel in Deutschland zu schaffen, und erlaubt seit seinem Start erstmals regulierte Online-Casino-Spiele einschließlich Roulette unter strengen Vorgaben. Die Regelungen sehen vor, dass Anbieter eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder benötigen, während gleichzeitig Maßnahmen zum Spielerschutz wie die genannten Limits und Verzögerungen umgesetzt werden. Forscher und Behörden haben seitdem Daten gesammelt, die zeigen, wie diese Vorgaben den legalen Markt beeinflussen und inwieweit Spieler auf regulierte Angebote umsteigen.
Aktuelle Herausforderungen durch Offshore-Plattformen
Experten beobachten, dass die strikten Limits und Verzögerungen bei Spielen wie Roulette oder Slots viele Nutzer dazu bewegen, auf nicht regulierte ausländische Plattformen auszuweichen, wo höhere Einsätze und schnellere Abläufe möglich sind. Die Kanalisierungsquote von rund 77 Prozent verdeutlicht, dass trotz der Erlaubnis für legale Online-Casinos ein signifikanter Anteil der Aktivitäten außerhalb des kontrollierten Systems stattfindet. Steuerliche Regelungen, die derzeit auf einer stückbasierten Abgabe von 5,3 Prozent basieren, werden ebenfalls im Rahmen der Überprüfung diskutiert, da sie die Margen der lizenzierten Anbieter belasten und damit die Attraktivität des Marktes weiter einschränken können.
Diskutierte Anpassungen und mögliche Änderungen
Im Zuge der laufenden Prüfung stehen mehrere Optionen im Mittelpunkt der Gespräche zwischen den Ländern und der GGL, darunter eine mögliche Erhöhung der Einsatzgrenzen, eine Anpassung der Verzögerungszeiten sowie eine Überarbeitung der Einzahlungscaps. Gleichzeitig wird die Steuerstruktur geprüft, um zu ermitteln, ob eine umsatzbezogene statt stückbasierte Besteuerung die Wettbewerbsfähigkeit stärken könnte. Durchsetzungsmaßnahmen gegen illegale Anbieter bilden einen weiteren Schwerpunkt, da eine verbesserte Durchsetzung die Kanalisierung weiter erhöhen soll. Daten der Behörden zeigen, dass solche Anpassungen direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach Spielen wie automatisiertem Roulette haben könnten, ohne dabei den Spielerschutz zu vernachlässigen.

Marktdynamik und Kanalisierung im August 2026
Im August 2026 liegt die Aufmerksamkeit der Beteiligten auf ersten Zwischenergebnissen der Überprüfung, die bis dahin vorliegen sollen. Beobachter berichten, dass die Kombination aus regulatorischen Limits und steuerlichen Belastungen weiterhin zu Abwanderungen in den grauen Markt führt, während regulierte Anbieter mit eingeschränkten Angeboten konkurrieren müssen. Die Evaluierung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, wobei mögliche Gesetzesänderungen anschließend umgesetzt werden könnten. Zahlen der GGL belegen, dass eine höhere Kanalisierung nicht nur den Staatseinnahmen zugutekommt, sondern auch einen besseren Schutz der Spieler ermöglicht, da illegale Plattformen keine vergleichbaren Sicherheitsstandards erfüllen.
Steuerliche und durchsetzungsbezogene Aspekte
Die aktuelle stückbasierte Steuer von 5,3 Prozent wird von Marktteilnehmern als Hemmnis für Investitionen in neue Spiele und Technologien gesehen, weshalb Alternativen geprüft werden. Gleichzeitig arbeiten die Behörden daran, die Durchsetzung gegen Offshore-Anbieter zu verbessern, indem technische und rechtliche Instrumente gestärkt werden. Solche Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass mehr Spieler auf lizenzierte Plattformen wechseln und die Quote von 77 Prozent weiter ansteigt. Forscher haben in früheren Studien festgestellt, dass klare Regeln und faire Bedingungen langfristig die Akzeptanz des regulierten Marktes erhöhen.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Die formale Überprüfung des GlüStV 2021 schreitet planmäßig voran und liefert bis zum Stichtag Ende 2026 belastbare Erkenntnisse für mögliche Nachbesserungen. Beteiligte Stellen sammeln fortlaufend Daten zu Einsatzverhalten, Kanalisierungsraten und Steuereinnahmen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Die Ergebnisse werden zeigen, inwieweit Anpassungen an Limits, Steuern und Durchsetzung die Position des legalen Marktes gegenüber ausländischen Angeboten verbessern. Weitere Informationen finden sich in diesem Bericht zu den laufenden Entwicklungen.
Schlussfolgerung
Die Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 stellt einen wichtigen Schritt dar, um den regulierten deutschen Markt an veränderte Bedingungen anzupassen. Durch die Analyse von Limits, Steuern und Durchsetzungsmechanismen sollen Grundlagen geschaffen werden, die sowohl den Spielerschutz als auch die Attraktivität legaler Angebote stärken. Bis Ende 2026 werden die Ergebnisse vorliegen und mögliche Reformen vorbereiten, die die Kanalisierung weiter verbessern können.